Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, bekommt man einiges zu sehen. Manchmal fährt man einfach vorbei, manchmal steigt man aus und schaut sich um. In Makedonien befinden sich viele Orte, an denen sich das Aussteigen lohnt. Oft gibt es auch Tipps von Einheimischen, die man nicht ignorieren sollte. Hier nun eine kleine Auswahl unserer Touren durch Makedonien.
Makedonia-Tour / Περιήγηση στη Μακεδονία
Etwa 57 km von der Stadt Serres entfernt liegt Amphipolis. Amphipolis war eine antike Stadt, die durchgehend bis in die Spätantike als städtische Ansiedlung existierte. Heute ist das Areal als Ausgrabungsstätte bekannt und für Touristen nicht vollständig geöffnet. Lediglich die wunderbare Natur lädt zum Wandern ein.
Quelle der 3D Ansicht: Wikipedia / Magikos fakos http://greektoys.org/
Seit 2012 ist Amphipolis wieder in den Schlagzeilen: Es wurde eine ungewöhnlich große Einzelgrabanlage mit einem Umfang von rund 500 m gefunden, die vermutlich aus dem späten 4. Jahrhundert v. Chr. stammt. Der Besuch lohnte sich 2015 aber noch nicht, da die Ausgrabung noch nicht vollständig freigelegt und die Infrastruktur noch mangelhaft war. Ob sich das inzwischen geändert hat, wissen wir nicht. Ein neuerlicher Besuch ist zurzeit nicht in Planung.
Sehr bekannt und ein beliebtes Fotomotiv ist der Löwe von Amphipolis / Λέων Αμφιπόλεως. Der Löwe gilt auch als Symbol von Serres. Er wurde 1912 vom griechischen Militär während Bauarbeiten am Fluss Strymon entdeckt und vor mehr als einem Jahrhundert restauriert. Das Monument ist 5,30 Meter hoch, inkl. Sockel misst es sogar stattliche 8 Meter. Es zeigt den Löwen auf seinen Hinterbeinen sitzend und ist eines der bedeutendsten erhaltenen Denkmäler aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.
Der Löwe von Amphipolis hat eine Besonderheit: Er hat keine Zunge. Man vermutet, dass es sich eventuell um einen Konstruktionsfehler handelt oder auf eine symbolische Auslassung des unbekannten Schöpfers zurückzuführen ist.
Er befindet sich rund 60 km von Serres entfernt und steht am Westufer des Flusses Strymonas / Ποταμός Στρυμόνας an der antiken Via Egnatia / Έυνατία Οδός.
Sehr schön ist das Kloster „Iera Moni Agiou Ioanni tou Theologou / Ιερά Μονή Αγίου Ιωάννη του Θεολόγου“ zwischen den Orten Ag. Paraskevi / Αγ. Παρασκευή und Souroti / Σουρωτή. Etwas bergauf gelangt man von der Hauptstraße aus direkt auf einen Parkplatz. Allein die Größe des Parkplatzes lässt erahnen, wie viele Besucher hierherkommen. Der zu besuchende Teil ist nur ein Bruchteil der gesamten Klosteranlage. Da das Kloster nur an vier Tagen in der Woche geöffnet ist, war der Andrang natürlich sehr groß. Das Fotografieren in den Gebäuden ist – verständlicherweise – verboten und es wird streng auf angemessene Kleidung geachtet.
In der Anlage fühlt man sich wie in einem gepflegten Park, und die friedliche Atmosphäre ergreift einen sofort.
Als Touristen fühlten wir uns fast ein wenig deplatziert, was vielleicht auch daran lag, dass wir im Oktober fast die einzigen Ausländer vor Ort waren.
Nicht ganz so spektakulär wie das Kloster ist die kleine Kapelle „Saint Paraskevi Holy Water / Αγίασμα Αγίας Παρασκευής“ in der Nähe des Ortes Ag. Paraskevi. Eingebettet in schöne Natur neben einer kleinen Wasserquelle, wird dieser Ort mehrheitlich von Einheimischen besucht.
Agia Paraskevi ist der neugriechische Name dreier Heiliger der orthodoxen Kirche: Der heiligen Paraskeva Pjatnitza, der Schwester der heiligen Photina und einer Heiligen des 11. Jahrhunderts, Paraskeva die Jüngere. Auffällig ist: Heilige Stätten, die diesen Namen tragen, befinden sich fast immer in der Nähe einer Wasserquelle.
Wenn man einen Ausflug nach Naoussa macht, bietet es sich an, einen kleinen Umweg einzuplanen und Vergina in der Region Imathia zu besuchen. Die Gegend ist landschaftlich reizvoll, aber der eigentliche Grund – und Ziel vieler Touristen und Archäologen – sind die zahlreichen Museen und historischen Stätten. Die Ausgrabungen in Vergina zählen nicht umsonst seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die interessanteste Sehenswürdigkeit dürften die Gräber aus makedonischer Zeit sein. Sie liegen verborgen unter einem Tumulus (Hügelgrab) und können im Museum besichtigt werden.
Im Museum ist das Fotografieren leider strengstens verboten. Wir sind eigentlich nicht gerade begeisterte Museumsbesucher, aber dieser Ort war schon mehr als beeindruckend. Leider ist uns etwas die Zeit davongerannt, sodass wir uns nicht näher mit der Umgebung beschäftigen konnten.
Der Stern von Vergina, ein sechzehnstrahliges Sonnensymbol (die englische Bezeichnung Vergina sun
ist daher treffender), war nach Meinung des griechischen Archäologen Manolis Andronikos das Emblem der makedonischen Königsdynastie zur Zeit Philipps II. (382 v. Chr. - 336 v. Chr.) und Alexanders des Großen (356 v. Chr. - 323 v. Chr.).
Stavros liegt in Zentralmakedonien in der Gemeinde Volvi / Βόλβη, in unmittelbarer Nähe zur Chalkidiki. Stavros ist ein klassischer Badeort, der stark auf Tourismus ausgelegt ist – vor allem für Gäste aus dem Balkan und dem osteuropäischen Raum.
Zahlreiche Vergnügungstempel, Bars, Tavernen und Fast-Food-Läden prägen das Zentrum. Verwaiste Kirmesaufbauten lassen erahnen, was hier in der Hochsaison los ist.
Der kilometerlange Sandstrand direkt am Ort lädt zum Baden ein. Bei unserem Besuch im Oktober 2016 war die Saison jedoch bereits beendet und die meisten Läden und Tavernen hatten ihre Pforten geschlossen. Auch der Strand lag verwaist da, Schirme und Liegen waren längst abgebaut.
Der Abstecher hat sich trotzdem gelohnt: So konnten wir unter den wenigen Einheimischen in aller Ruhe den Ort erkunden und entspannt einen Kaffee trinken. Wir werden Stavros vermutlich nicht noch einmal besuchen, aber es war schön, einmal hier gewesen zu sein.
Apollonia ist eine kleine Ortschaft am Volvi-See, auf die wir durch reinen Zufall aufmerksam geworden sind. Im Internet ist nicht sonderlich viel über diesen Ort zu finden, obwohl es hier durchaus etwas Sehenswertes gibt.
Nachdem der Apostel Paulus durch Samothrake, Philippi und Amphipolis gewandert war, lag nun Apollonia auf seiner Route. Nach der Überlieferung hat Paulus hier von einem Felsen aus zu den Bewohnern von Apollonia gesprochen.
Beim Felsen gibt es eine natürliche Quelle und eine unter Denkmalschutz stehende, immergrüne Platane, die dem Ort Schatten spendet. Der Felsen ist unter dem Namen „Der Schritt des Apostels Paulus in Apollonia / Το βήμα του Αποστόλου Παύλοu στην Απολλωνία“ oder auch als der „Bema-Felsen des Apostel Paulus“ bekannt. Das Besondere an diesem Denkmal ist, dass es nicht von Menschenhand errichtet wurde, sondern in Form dieses natürlichen Felsens schon immer vor Ort war.
Direkt neben dem Felsen befindet sich zudem die Ruine eines Hammams – eine öffentliche Badeanstalt aus der Zeit des Wesirs Sokollu Mehmed Pascha (1566-1575).
Der Volvi-See ist ein natürlicher See in Zentralmakedonien und gleichzeitig der zweitgrößte natürliche See Griechenlands. Er hat eine Wasserfläche von 68,6 km². An seinen Ufern liegen die Orte Megali Volvi, Mikri Volvi, Peristeronas, Nea Apollonia, Apollonia, Kokkalou, Nea Maditos, Modi und Rendina. Wir haben den See von Apollonia aus besucht.
Angelochori liegt unweit von Perea, ebenfalls in der Region Thermaikos. Hier haben wir „nur“ den kleinen Fischerhafen besucht, um uns das verrostete Wrack eines alten Schwimmkrans anzusehen. Es ist vielleicht nicht wahnsinnig spektakulär, aber definitiv ein paar Fotos wert. Es ist dort herrlich ruhig und beschaulich, kaum Menschen sind zu sehen.
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